Michael Grewe

Michael Grewe ist Mitinhaber und Mitbegründer von CANIS (Zentrum für Kynologie),   das er 2002 zusammen mit Erik Zimen gegründet hat. Neben der geschäftlichen Leitung von CANIS, arbeitet er als Hundetrainer und Verhaltensberater in der Hundeschule „Hundeleben“ in Bad Bramstedt.

Seine praktischen Grundlagen stellen die Basis der Ausbildung bei CANIS. Er begleitet Menschen mit ihren Hunden seit über 30Jahren.

Neben seiner Dozententätigkeit bei CANIS ist Michael Buchautor, hält Vorträge und Seminare.​

1. Tag

Bestrafung & Belohnung

 

Wenn wir für einen Hund die Verantwortung übernehmen, beinhaltet das, dass wir ihm helfen sollten, sich in dieser Welt zurecht zu finden.

Wir müssen ihm helfen, sich anzupassen!

Ein Anpassungsprozess bedeutet zwangsläufig angenehme und unangenehme Situationen zu durchleben und sich, bzw. sein Verhalten, über diese Erfahrungen zu optimieren. 

Belohnungen und Bestrafungen begleiten diesen Prozess. Beides gehört zusammen und ergänzt sich…!

Meines Erachtens ist im Hundealltag die Sache mit Belohnung und Bestrafung für den Hund nicht immer klar erkennbar. Es lassen sich etliche menschliche Verhaltensweisen beschreiben, die bestrafend gedacht sind, den Hund aber tatsächlich eher belohnen. Mit menschlich gefühlter Belohnung verhält es sich nicht anders. Sie kann auch bestrafend empfunden werden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass mehr Hunde durch falsche und ungeschickte Belohnungen auf die «schiefe»  Bahn geraten. Ebenso kann ich mir vorstellen, dass falsche und ungeschickte Bestrafungen das leidliche Verhalten von Hunden tragischerweise eher Belohnen können.

Ich behaupte auch, dass die meisten Hunde in unseren Tierheimen ins Tierheim belohnt worden sind!

Was nun? Aus Angst vor Fehlern alles lieber lassen…?

Wie gesagt, wir haben die Verantwortung!

Michael Grewe

2. Tag

Häusliches Programm,

Strukturen schaffen

 

Wir können Erziehung und Beziehung nicht voneinander trennen.

Für die Erziehung unserer Hunde haben wir viele Patente. Die Beziehung zwischen Mensch und Hund wird jedoch nicht durch das Abarbeiten von Patenten geformt. Hier braucht es Gefühl und Gespür für soziale Wechselwirkungen. Ein gutes Gefühl für das Zulassen und Fördern von Entfaltung und Individualität, und ein feines Gespür dafür, in welcher Innigkeit der Mensch seine Verantwortung dem Hund gegenüber kommuniziert.

 

Neben Sicherheit und Zugehörigkeit spielt dabei ganz besonders die Verlässlichkeit eine entscheidende Rolle! So muss der Hund sich darauf verlassen können, dass sein Halter seine verantwortliche Rolle ernst nimmt und sich dementsprechend verhält. Im Grunde hat der Hund ein Recht darauf, sich anpassen zu können. Sinnvolle und gefühlvolle Abgrenzung von Seiten des Halters hilft dem Hund, ein Anpassungskonzept für sich selbst zu finden.  Die Basis für eine innige Verbundenheit von Mensch und Hund ist damit geschaffen.

 

Sich verantwortungsvoll abzugrenzen ist eine emotionale Kunst … Willkommen in der Königsdisziplin!

Michael Grewe